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Ausflug der Intensivklasse zur Ronneburg

Warum Wendeltreppen nie gegen den Uhrzeigersinn nach oben führen und warum man besser „einen Zahn zulegt“

Ronneburg2017-06-09
Von Ritterschlag über Bogenschießen bis Streckbank – Sichtlich Freude am Lernen bei den wissbegierigen Deutsch-als-Zweitsprache-Schülern der GBS Erlensee

Freitags, 8.00 Uhr in Erlensee: „Vollzählig, alle anschnallen und Abfahrt Richtung Ronneburg!“. So machten sich 21 der 12-17 jährigen Schüler der Intensivklasse im Rahmen der Wanderwoche am 09. Juni auf den Weg in eine kurze Zeitreise ins Mittelalter. Diese komische Zusammensetzung aus „mittel“ und „(das) Alter“ hatte schließlich bis dahin nur ein Bruchteil der Schüler gehört. Einige waren ganz schön erstaunt, als sie auf dem Hügel zur Ronneburg aus dem Reisebus sprangen und zum ersten Mal die Umrisse einer solchen Burg sahen. Durch den Torbogen in den Hof, eingeteilt in zwei Gruppen, ging es (auch für die Lehrkräfte gab es kein Entkommen) direkt zum Bogenschießen. Doch zuvor wurde noch ein Schüler zeremoniell zum Ritter geschlagen, der fortan ein Leben als „Davison der I. aus Erlensee“ genießen kann.

Ob groß, ob klein, ob Schüler oder Lehrkraft – alle mussten beim Bogenschießen ran und stellten sich allesamt gut an. Interessiertes und gar nicht schüchternes Nachfragen zur Geschichte der Ronneburg wie (Fragestellungen wurde nachträglich umformuliert) „War die Ronneburg vom ersten oder zweiten Weltkrieg betroffen?“ (Nein, war sie nicht) oder „Was wurde an der Ronneburg durch Renovierungsarbeiten verändert?“ (wenig, Möbel wurden beispielsweise angeschafft) prägten den darauffolgenden Input durch die Führende, die durchaus erfreut über diese „sehr liebe und interessierte Truppe“ war. Die Schüler erklommen eifrig den Wachturm und fotografierten von dort aus die tolle Skyline Frankfurts, wobei keine Schüler - dafür Lehrkräfte - eine gewisse Höhenangst äußerten.

Weitere Highlights stellten die mittelalterlichen Folterinstrumente wie die Streckbank oder der Pranger und besonders der Dorfbrunnen mit der Aufgabe “Zählt die Sekunden, bis ihr das Wasser, das ich in den Brunnen kippe, unten plätschern hört.“ dar.

1, 2, 3 ,4 ,5… Totenstille.        

Nachdem sich den Gesichtern zufolge (inklusive mir) scheinbar einige innerlich fragten, ob sie taub seien und das Plätschern bereits überhörten - Nein, Da! Nach 10(!) Sekunden geht ein staunendes „Ooh“ mit aufgerissenen Augen durch die Truppe, die ihre 10 Köpfe über die knapp 2 m breite Brunnenöffnung hängte. Nun ein bisschen Mathematik für Schüler und Leser: Wasser fällt knapp 10 Meter pro Sekunde, damit ist der Burgbrunnen wie tief? Korrekt, 96 Meter (der Wachturm passt damit dreimal in den Brunnen).    

Abschließend das Wort zum Wochenende von einer Schülerin: „Wann gehen wir zur nächsten Burg?“

Challenge accepted.

PS: Antworten der Titelfragen durch eigenen Besuch der Ronneburg, Befragen der DaZ-Schüler

oder: 1. Im Falle eines Angriffs auf der Wendeltreppe des Wachturms hat der Angegriffene, der „nach unten“ Richtung Angreifer kämpft, Armfreiheit für seine starke rechte Hand, wohingegen der Angreifer immer durch den Mittelbalken (rechts von ihm) beengt wird.                          2. Indem der Kochkessel im Mittelalter einen Zacken („Zahn“, ähnlich einer Säge) weiter nach unten gehängt wurde, hing der Kessel näher über Flamme und das Festmahl wurde schneller gar.  

von Janine Schäfer, Klassenlehrerin der Intensivklasse