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Jugendplenum 2015

Jugendplenum in der Georg-Büchner-Schule

Jedes Jahr laden die beiden Bürgermeister Stefan Erb aus Erlensee und Michael Göllner aus Hammersbach Klassensprecher und Stellvertreter GBS zum Jugendplenum ein. Dieser Einladung waren auch in diesem Jahr wieder rund 50 gut vorbereitete Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 – 10 gefolgt. Stefan Erb und Michael Göllner wurden begleitet vom Leiter des Fachbereichs Familie und Soziales der Stadt Erlensee, Reiner Mayer und den beiden Mitgliedern des Teams Kinder- und Jugendarbeit Erlensee, Christian Fonzetti und Mike Hermann.

Nach der Begrüßung der Anwesenden durch Schulleiter Marcus Thom ging es Schlag auf Schlag:
Die ersten beiden Fragen waren schnell erledigt. „Termin für die Eröffnung des Sportzentrums auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände?“ „30.07.2016“ und „Wann gibt es das schnelle Internet?“ „Ist bereits verfügbar, die Eltern müssen gegebenenfalls den Telefonanbieter wechseln.“ Doch schon die dritte Frage war nicht mehr so einfach zu beantworten: „Was sind die Nachteile des Berufs Bürgermeister?“ Es stellte sich heraus, dass sowohl Herr Erb als auch Herr Göllner ihrem Beruf sehr viel Positives abgewinnen können, sie schilderten jedoch auch, wie dicht die Terminpläne abends und auch am Wochenende sind, und dass man längst nicht alle Wünsche erfüllen kann, weil das Geld nicht reicht.
Bei einigen weiteren Punkten konnten die beiden Bürgermeister unter Beweis stellen, dass ihre Kenntnisse auch sehr ins Detail gehen. Herr Erb erklärte beispielsweise, warum stark genutzte Fußballfelder besser mit Sand als mit Gras als Bodenbelag ausgestattet werden müssen, und Herr Göllner schien jeden Hammersbacher Schüler persönlich und mit Namen zu kennen.
Viele Dinge sind aus Schülersicht wünschenswert (ein Freibad für Erlensee, ein Golfplatz in Hammersbach oder Neuberg), aber aus finanziellen Gründen nicht zu verwirklichen. Eine bessere Ausstattung mit interessanten Geschäften in Erlensee wäre schön, aber der Bürgermeister kann niemandem anordnen, ein Geschäft zu eröffnen. Trotzdem kann er versuchen, die Stadt für Investitionen attraktiv zu machen.Jugendplenum2015-SchuelerJugendplenum2015-BGMAuch beim Thema „Schulbusse“ zeigte sich am Ende, wie wichtig das (fehlende) Geld ist, wenn es darum geht, mehr Busse fahren zu lassen.
Bei einigen Punkten ging es zum Glück über das Erklären von Gegebenheiten hinaus: Die beiden Sozialarbeiter warben dafür, Vorurteile abzubauen, und zum Beispiel erst einmal zu versuchen, den Skaterpark auf dem Festplatz zu benutzen, auch wenn sich dort „Größere“ aufhalten. Beim Thema „Stadtbücherei“ beschrieb Herr Erb, warum sie trotz großer Kosten weiter betrieben wird – hier kamen wertvolle Anregungen aus der Schulgemeinde, Öffnungszeiten in der Mittagspause anzustreben, damit die Bücherei verstärkt von Schülern genutzt werden kann. Herr Mayer möchte sich jetzt darum kümmern.
Herr Göllner beschrieb dagegen die Kooperationsvereinbarung von Hammersbach mit der Stadt Bruchköbel, die eine eigene Bücherei ersetzt.
Das wichtigste Thema der Versammlung waren Flüchtlinge, die in den Gemeinden ankommen und so schnell wie möglich in richtigen Wohnungen untergebracht werden sollen, um nicht in Sammelstandorten „eingesperrt“ zu bleiben. Turnhallen werden nicht zweckentfremdet, vielmehr haben die Sportvereine schon Einladungen ausgesprochen, interessierte Flüchtlinge am Training teilnehmen zu lassen. Die Gemeinden und die Schule wollen alle, die hier ankommen, so gut wie möglich versorgen, unabhängig vom Rechtsstatus und so gut es bei den knappen finanziellen Möglichkeiten eben geht. Hier zeigten die beiden Bürgermeister auf, an wen man sich wenden kann, wenn man ehrenamtlich helfen möchte – der Klassensprecher einer 6. Klasse berichtete, dass seine Klasse dies beabsichtigt. Herr Thom konnte berichten, dass sich die Schülerinnen und Schüler gut um Neuankömmlinge kümmern, und dass die Schule demnächst einer Gruppe von Jugendlichen, die ohne Eltern in Deutschland angekommen sind, Räume anbietet, damit sie hier in alltagspraktischen Dingen und vor allem in der deutschen Sprache unterrichtet werden können.
Beim ersten Blick auf die Uhr stellten Herr Erb und Herr Göllner fest, dass sie die Gesprächsstunde schon um 10 Minuten überzogen hatten, bedankten sich für das große Interesse der Schülerschaft und verließen die GBS mit dem Versprechen, nächstes Jahr wieder zu kommen.